Newsroom-Wiki

Hier finden Sie wichtige Fachbegriffe zum Newsroom in alphabetischer Reihenfolge. Die Liste ist nicht vollständig und wird regelmäßig ergänzt. Fehlt noch etwas? Was interessiert Sie am meisten? Schreiben Sie uns: newsroom(at)mediamoss.com.

Der Newsroom beginnt im Kopf. Mediamoss

Aufbau:

Der Aufbau eines Newsrooms erfordert Zeit. Seien Sie geduldig und nehmen Sie die Sorgen und Bedenken Ihrer Mitarbeiter ernst. Bauen Sie zuerst ein solides Newsroom-Modell, bevor Sie in Prozessen denken. Am besten unterteilen Sie in drei Phasen:

  • Vorbereitungsphase
  • Konzeptphase
  • Implementierungsphase

Denken Sie in dieser Zeit an kluge Moderation durch Newsroom-Experten.

Beispiele:

Es gibt inzwischen zahlreiche Beispiele für Newsrooms in der Unternehmenskommunikation. Unser Newsroom-Projekt bei Siemens war das erste seiner Art in Deutschland. Mediamoss hat seitdem bereits mehr als 50 Corporate Newsrooms erfolgreich begleitet. Einige dieser Projekte sind öffentlich dokumentiert. So beschreiben wir etwa als Best Practice die Vorgehensweise von Porsche, Siemens und DATEV  in unserem Buch Der Newsroom in der Unternehmenskommunikation. Eine Übersicht mit Links zu den frei verfügbaren Beispielen finden Sie hier.

Bücher:

Prof. Dr. Christoph Moss beschäftigt sich seit mehr als zwei Jahrzehnten mit der Frage, wie sich Kommunikation effizient organisieren lässt. Bereits in seiner Dissertation hat er redaktionelle Strukturen im Journalismus unter der Maßgabe betriebswirtschaftlicher Effizienz untersucht. Die Arbeit ist unter dem Titel Die Organisation der Zeitungsredaktion erschienen. Das so entstandene Modell einer redaktionellen Segmentorganisation war die Blaupause für den Newsroom des Handelsblatts in Düsseldorf. Dort war der Mediamoss-Gründer nicht nur an der Konzeption beteiligt, sondern arbeitete auch selbst als Deskchef über mehrere Jahre hinweg. Das Modell wird in dem Buch Wirtschaftsjournalistik ausführlich beschrieben. Später entwickelte er aus diesem Ansatz heraus das Modell für den Newsroom in der Unternehmenskommunikation. Christoph Moss hat das Prinzip in mehr als 50 Unternehmen umgesetzt. 

Change:

Die Einführung eines Newsrooms ist ein Change-Projekt, das sich über mehrere Monate erstreckt. Analytische Arbeit steht dabei genauso im Mittelpunkt wie das Erstellen eines Zielbildes sowie die tatsächliche Umsetzung. Technische und architektonische Fragen ziehen sich durch den gesamten Prozess. Besonders wichtig ist es, die betroffenen Mitarbeiter regelmäßig zu informieren, um Skepsis und Sorgen frühzeitig entgegentreten zu können.

Wichtig ist es in dieser entscheidenden Phase, gemeinsam mit den Mitarbeitern möglichst viele Kernprozesse zu simulieren. Gerade die Sorge vor Überbürokratisierung sollte nicht unterschätzt werden. Die Erfahrung zeigt, dass die Akzeptanz schnell steigt, wenn die Beteiligten erkennen, dass auch vermeintliche Ausnahmesituationen wie Krise, Zusammenarbeit mit Dienstleistern, Projekte oder Großereignisse mit dem Newsroom-Modell vereinbar sind.

Ebenso ist es wichtig, nun ein Konferenzsystem zu erarbeiten. Dieses sollte in Workshops geübt und trainiert werden. Daneben müssen in dieser Phase technische Fragen geklärt und ein funktionierender Themenplan entwickelt werden.

Chef vom Dienst:

Der Chef vom Dienst (CvD) ist das Bindeglied zwischen Themendesks und Mediendesks. Er ist für die operative Kommunikationsarbeit zuständig. Der CvD erteilt Arbeitsaufträge an die Themen- und Mediendesks. Zudem leitet er die Redaktionskonferenzen. Er bekommt dazu Vorschläge von den Themen- und Mediendesks, hat aber die letzte Entscheidungsgewalt. Vorbild dafür ist die Rolle des Chefs vom Dienst im Journalismus, der die internen Prozesse koordiniert. Der Chef vom Dienst muss eine erfahrene Persönlichkeit sein. Er muss journalistisch denken, entscheidungsstark handeln und dabei Themen und Medien im Überblick behalten. Ein Beispiel für einen Chef vom Dienst ist Peter Kespohl. Er arbeitet als CvD in der Content Factory der Deutschen Telekom AG:

Peter Kespohl Experte Newsroom Mediamoss Video

Gemeinsam mit der International School of Management bietet Mediamoss regelmäßig Zertifikatskurse zum Chef vom Dienst an. Teilnehmer lernen dort, nach welchen Kriterien sie Themen gewichten sollten. Welche Tools helfen bei der Organisations- und Planungsarbeit? Wie kann ein Chef vom Dienst effizient Konferenzen leiten?

Definition:

Ein Newsroom ist eine räumlich zusammengefasste Steuerungseinheit für die Unternehmenskommunikation. Es existieren getrennte Verantwortlichkeiten für Themen und Kanäle. Die Koordination übernimmt ein Chef vom Dienst (Quelle: Christoph Moss 2016, Themenorientierte Steuerung: Das Newsroom-Modell in der Unternehmenskommunikation, S. 36).

Kanban:

Kanban im Newsroom ist ein visuelles Prozess-Management-System, das transparent macht, was, wann und wie zu produzieren ist. Kommunikationschef Christian Buggisch hat dies im Newsroom bei DATEV umgesetzt.

Konferenz:

Die Konferenz im Newsroom ist ein Marktplatz für Informationen, der häufig zum ersten Mal einen organisierten inhaltlichen Austausch unter Kollegen ermöglicht. Konferenzsystem (65 Prozent) und Themenplan (61 Prozent) sind die wichtigsten Instrumente im Newsroom. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse unserer Newsroom-Studie. Je nach Größe des Newsrooms ist es sinnvoll, mindestens einmal am Tag zu konferieren und zumindest eine erste Konferenz am Morgen abzuhalten. In einigen Unternehmen heißt diese Zusammenkunft Morgenlage. Am Vormittag sowie am frühen Nachmittag kann dann eine zweite und dritte Konferenz stattfinden, die insbesondere die wichtigen Themen des Tages diskutiert. 

Medienmanager:

Die Mediendesks repräsentieren die Medien, Plattformen oder Kanäle des Unternehmens. Sie können jeweils aus einem oder mehreren Medienmanagern bestehen. Ein Medienmanager steht an der Spitze des Mediendesks. Er verfügt über ein Vorschlagsrecht gegenüber dem Chef vom Dienst bei der Frage, ob ein Thema für ein Medium geeignet ist. Der Medienmanager hält engen Kontakt zum Chef vom Dienst und nimmt an den Redaktionskonferenzen teil. Vorbild im Journalismus ist die Rolle der Editoren.

Newsroom-Modell:

Das Newsroom-Modell stammt von Prof. Dr. Christoph Moss. Er hat es erstmals in seinem Buch Der Newsroom in der Unternehmenskommunikation ausführlich beschrieben. Dem Modell liegt die Annahme zugrunde, dass sich Themen effizient steuern lassen. Das Buch geht dabei von der Grundidee aus, dass Themen und Kanäle zunächst getrennt voneinander betrachtet werden müssen.

Mediamoss Newsroom Modell Best Practice

Quelle: Eigene Darstellung Mediamoss nach Christoph Moss 2016, Themenorientierte Steuerung: Das Newsroom-Modell in der Unternehmenskommunikation, S. 41.

Rollen:

Der Aufbau eines Newsrooms sieht eine eindeutige Trennung von Themen und Medien vor. Das Newsroom-Modell besteht aus vier Ebenen: Strategieteam, Themenmanager, Medienmanager und Chef vom Dienst. Daneben sind weitere Rollen denkbar, etwa für Monitoring oder Produktion (Video, Foto oder Podcast).

Strategieteam:

Das Strategieteam steht an der Spitze des Newsrooms. Es leistet strategische Kommunikationsarbeit: Planung, Steuerung und Kontrolle von Themen. Das Strategieteam ist mit der Chefredaktion in journalistischen Newsrooms vergleichbar und übt, ähnlich wie die Chefredaktion, Personal- und Sachverantwortung im Newsroom aus. Es liefert Themenideen an den Chef vom Dienst und die Themendesks. Es hat ein Weisungsrecht und das finale Entscheidungsrecht in allen inhaltlichen Fragen.

Studie:

Was verstehen Unternehmen unter einem Newsroom? Und was versprechen sie sich von dieser Idee? Diese Fragen hat eine aktuelle Studie des Brand & Retail Management Institute @ ISM in Kooperation mit der Newsroom-Agentur Mediamoss untersucht. 172 Kommunikations- und Marketingverantwortliche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nahmen an der Befragung teil. „Der Newsroom ist in den Unternehmen angekommen“, sagen die Autoren der Studie, Christoph Moss, Arne Westermann und Mijka Ghorbani. Haben Sie Interesse an der Newsroom-Studie? Wir lassen Ihnen die Ergebnisse gern zukommen. Bitte schicken Sie hierzu eine Mail an: newsroom(at)mediamoss.com.

Themenmanager:

Der Themendesk ist der Arbeitsplatz der Themenmanager. Sie sind vergleichbar mit den Reportern im Journalismus, bilden die Verbindungsstelle zu den Fachabteilungen im Unternehmen. Auf diese Weise erhalten sie von vielen Themen Kenntnis und verkörpern so inhaltliche Fachkompetenz. Der Themendesk schlägt dem Chef vom Dienst regelmäßig Themen vor. Er bearbeitet, recherchiert und produziert Inhalte und sorgt auch für die notwendigen Abstimmungen mit den Fachabteilungen.

Wann immer der Themendesk die Texte, Bilder oder O-Töne an einen Mediendesk liefert, informiert er den Chef vom Dienst. Der Leiter des Themendesks nimmt an den Redaktionskonferenzen teil. Die Themendesks können sich beispielsweise an den Geschäftsbereichen des Unternehmens orientieren.

Tool:

Konferenzsystem (65 Prozent) und Themenplan (61 Prozent) sind die wichtigsten Instrumente im Newsroom. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse unserer Newsroom-Studie. Aus unserer Beratungspraxis wissen wir, dass der Themenplan sehr häufig über ein technisches Tool abgebildet wird. Der Markt dafür ist inzwischen sehr vielfältig geworden. Insbesondere transparente Planung sollte unserer Meinung nach durch ein gutes, leicht bedienbares Tool unterstützt werden.

Vorbereitungsphase:

Die Vorbereitungsphase ist die erste Phase beim Aufbau eines Newsrooms. Sie ist sehr arbeitsintensiv. Hier sollten zunächst die Ziele der Newsroom-Einführung definiert werden.

Mediamoss: Welche Ziele verfolgen Sie, wenn Sie einen Newsroom aufbauen.

Daran anschließend folgt eine intensive Analyse. Darin wird der Status bei Organisation, Kernprozessen, Themenmanagement, Zuständigkeiten und Kanälen erfasst. In dieser Zeit finden Abteilungsworkshops und Interviews statt. Wichtig ist die offene Kommunikation mit den Mitarbeitern. Auf die Vorbereitungsphase folgen Konzeptphase und Implementierungsphase.